Airbrush-Mischtechnik

 

Airbrush-Mischtechnik

 

Schon in meiner Jugendzeit malte ich Bilder mit Buntstiften oder Pastellkreiden, bis ich eines Tages auf einer Kunstmesse eine Präsentation mit einer Airbrush-Pistole sah. Ich war fasziniert von all den Möglichkeiten die sich boten und wie fein und verlaufend man auf diese Weise Farbe aufs Papier aufbringen kann. Obgleich diese Technik ein wenig aufwendig ist (man braucht einen eigenen Kompressor und muss mit Schablonen/Folien arbeiten) verliebte ich mich in diese Malweise und beschloss mir so ein Equipment zu besorgen.

 

Da es nur wenige Künstler in Österreich gibt, die diese Technik beherrschen, eignete ich mir mein Wissen durch Studium von einschlägiger Literatur an. Etwas später wandte ich diese Technik zum Malen meiner Bilder in der Art des Fotorealismus an und passte sie meinen Gegebenheiten an. Airbrush-Mischtechnik deshalb, da ich verschiedene Malmethoden (Kratztechnik, Aquarell, Feinzeichnen mit Tusche/Filz/Lackstiften, u.a.) für das Entstehen meiner Bilder anwende.

 

Malen ist gewissermaßen auch eine Therapie, bei der man alles andere rundherum vergisst – Schmerzen, Probleme und Sorgen. Viele meiner Airbrush-Bilder entstehen aufgrund einer in meinem Kopf vorhandenen konkreten Vorstellung.

Stets ist es mir aber wichtig in meinen Bildern gewisse Stimmungen wiederzugeben.

 

Der Ursprung der Airbrush-Technik ist umstritten und beginnt schon in der Steinzeit wie verschiedene Höhlenmalereien beweisen. Die erste Airbrush-Pistole wurde von Francis Edgar Stanley jedoch erst im September 1876 patentiert.

Die Geschichte der Spritzpistole ist eng mit der Geschichte der Airbrush-Technik verbunden. Die Patente der Herren Francis Edgar Stanley, Abner Peeler, Charles Burdick, Jens Paasche und Allen De Vilbiss waren die ursprünglichen Entwicklungen zum Verspritzen von Farbe mittels eines Zweistoff-Zerstäubers nach dem Prinzip einer Strahlpumpe, welche Druckluft als Treibmittel verwendet.

Mit der Airbrush-Pistole kann jede flüssige Farbe, mit feinem Pigment abhängig von der Düsengröße, auf nahezu alle Untergründe aufgetragen werden. Acrylfarben, Aquarellfarben, Textilfarben, verdünnte Ölfarben und sogar Lebensmittelfarben (bei Konditoren) sind damit leicht aufzutragen. Der Arbeitsdruck liegt zwischen 1,5 bis 3 bar, wobei der Regeldruck zwischen 1,5 und 1,8 bar liegen sollte, um ein bestmögliches Sprühergebnis zu zeigen.

 

Wenn die Farbe nach dem ersten Auftrag nicht ausreichend deckt, ist ein zweiter Auftrag nach der Trocknung der Farbe möglich, was bei Acrylfarbe schon nach wenigen Sekunden der Fall ist. Ein zu starker Erstauftrag resultiert meist in verlaufenden, tropfenden Farben, wenn die Airbrush-Pistole zu dicht am Papier benutzt wird.

 

Die feinste Düsengröße in der Airbrush-Technik hat einen Durchmesser von 0,15 mm. Die Düsengrößen variieren bis zu einer Düsengröße von 1,2 mm. Entscheidend bei der Wahl der Düsengröße ist die Größe der Farbpigmente; je gröber die Farbe pigmentiert ist, desto größer muss die Düsenöffnung sein. Daher ist bei Airbrush-Farben eine Angabe der Mindest-Düsengröße wichtig.

Üblicherweise verwende ich bei der Airbrush-Technik spezielle ungiftige Tuschefarben (Acryl-Wasser-Basis), bei denen eine ganz bestimmte Pigmentgröße eingehalten und gewährleistet wird. Je feiner die Pigmentierung, desto feiner kann die Airbrush-Düse sein und um so genauer kann mit dieser Farbe letztendlich gearbeitet werden.

 

Von der praktischen Anwendung in Grafik und Illustration stieß die Airbrush-Technik schließlich durch die Stile Bauhaus und Pop-Art in den Bereich der Kunst vor. Um 1960 entwickelten sich eigene Kunstformen wie Fotorealismus oder Hyperrealismus als klassische Betätigungsfelder für Airbrush. Erst um 1970 wurde Airbrush als Kunstrichtung anerkannt. Einer der ersten Airbrush-Künstler in Deutschland ist Gernot Bubenik; einer der bekanntesten Airbrush-Künstler H. R. Giger.

 

Heute wird die Airbrush-Technik in den unterschiedlichsten Bereichen angewandt, wie zum Beispiel Werbeillustration, Custompainting, Körperbemalung, Modellbau, Nail Design, Mural Painting, Schminke, Konditorwaren usw. Es ist eine geeignete Malweise, um Strukturen und kleinste bis sehr große Farbverläufe herzustellen.

 

Vorwiegend dient mir Zeichenkarton als Maluntergrund. Darauf kommt dann die Maskierfolie, wobei auf diese das Motiv aufskizziert wird. Anschließend werden sämtliche Konturen mittels Klinge ausgeschnitten. Vor dem eigentlichen Malvorgang überlege ich mir die Reihenfolge der aufzubringenden Farben, wobei ich im Laufe der Zeit draufgekommen bin, dass es effizienter ist, mit der dunkelsten Farbe zu beginnen. Auf diese Weise erspare ich mir das wiederholte Abdecken der bereits aufgebrachten Farben.

 

Danach kann der eigentliche Malvorgang beginnen. Die Acryltusche wird dabei mittels einer kleinen Farbspritzpistole auf das Papier gespritzt. Jede Farbe einzeln. Ich beginne immer mit schwarz, weiter mit braun und ende mit der hellsten Farbe. Habe ich eine Farbe aufgebracht, kann ich die nächstfolgenden Folienteile abnehmen, um mit der nächsten Farbe zu beginnen. Dabei kann es vorkommen –je nach Helligkeit der Farbe- dass ich sämtliche vorher bereits mit Farbe bespritzten Flächen wieder mit Maskierfolie abdecken muss, um ein Überspritzen und damit eine Farbveränderung zu vermeiden. Wenn der Spritzvorgang beendet ist, kann die verbliebene Maskierfolie entfernt werden.

Jetzt beginne ich mit der Feinausarbeitung des Motivs. Dabei kommen die verschiedenartigsten Techniken zur Anwendung. Simples Aquarell, über Ausarbeiten mit Bunt- und Faserstiften bis hin zur Kratztechnik. Im Laufe der Jahre habe ich mir da eine eigene Technik entwickelt.

 

Alle meine Bilder signiere ich stets mit meinem „Apfel“ sowie Datum und Unterschrift.

 

Meistens halte ich meine Motive wirklichkeitsgetreu im Bild fest, aber nicht immer. Deshalb wäre es auch falsch, mich als einen malenden Chronisten zu bezeichnen.

 

Oft kommt es vor, dass ich Dinge erfinde, Details weglasse oder hinzufüge. Wer Bild und Realität gegenüberstellt, wird feststellen, dass ich mir eine Menge von Freiheiten herausnehme und mir dabei die Realität nur als Vorlage dient.

atelier@paulholzapfel.at