Monotypie

Monotypie

 

Die Kunst der Monotypie wurde im 17. Jahrhundert von Giovanni Benetto Castiglione (1616-1670) in Italien entwickelt. Besonders beliebt war diese Technik früher bei den Impressionisten, wie etwa Edgar Degas.

 

Bei dem Verfahren handelt es sich um ein Druckverfahren, bei dem wie bei anderen Malmethoden (Aquarell, Acryl) händisch gemalt wird. Der Name leitet sich von dem griechischen Wort monos ab, was übersetzt etwa soviel bedeutet wie allein oder einzig. Dies hat den Grund, dass jedes auf diese Weise gearbeitete Bild ein absolutes Unikat ist, denn es ist immer nur ein Abzug möglich, der auch gleich aussieht.

 

Die Monotypie ist eine Kombination aus Malerei, Zeichnung und Grafik, die sich hervorragend für Anfänger, Kinder und auch zur Maltherapie eignet.

Statt auf Papier oder Leinwand wird auf Glas-, Igelit- Acryl- oder Metallplatten gezeichnet oder gemalt und, solange die Farbe noch feucht ist, mittels Presse oder Handabreibung auf das Papier gedruckt. Dies kann auch mittels einer Druckpresse oder eines Nudelholzes geschehen. Fortgeschrittene können mit dieser reizvollen Technik verblüffende Bilder mit vielen Effekten erzielen. In Österreich ist der Maler Arthur Redhead ein Genie auf diesem Gebiet.

 

So können ziemlich alle Motive in dieser Technik verwirklicht werden. Wichtig dabei ist, ausreichend Phantasie und das Gespür für die passenden Farben. Die Monotypien können und sollen auch nachbearbeitet bzw. mit anderen Maltechniken gemischt werden. Schließlich ist in der Kunst alles erlaubt; wichtig ist dabei stets immer, dass es zu einem tollen Ergebnis führt.

 

Für die Monotypie wird (maximal) gebraucht:

-Strukturpaste, auch Vaseline möglich

-Linoldruckfarben

-Pigmente in verschieden Farben

-Radiergummi

-Lithokreide in verschieden Farben

-Aquarellfarben, Pinsel

-Abreiber, Nudelholz oder gar Druckpresse

-Wasserspritze, Spritze mit verdünntem Spülmittel

-Graviernadel

-Japanpapier, Packpapier, Wellpappe, Zeitungspapier

-Karton für Schablonen, Stanley-Messer, Schere

-Gewebe, Leinen, Netze, Noppenfolie

-Druckwalzen klein, mittel, Schaumstoffwalze klein

-Kunststoffspachteln, weich, in verschiedenen Breiten

-Küchenrolle, alte Fetzen

-Haushaltshandschuhe, Schürze/Arbeitskleidung

-Klarsichtfolie 0,5 mm, Plexiglasplatte 2mm (je ca. 50x70 cm)

-Plexiglasplatte 2mm (4 Stück je ca. 20x30 cm)

-Hartfaserplatte 5mm ca. 50x70 cm

-Papier zum Drucken (Einzelblätter ca. 50x70 cm, 250g/m2)

 

Als Malgrund dient eine Hartfaserplatte, auf der die eigentliche Druckplatte (Plexiglasplatte ca. 50x70 cm) liegt, auf der die Linolfarben mittels Walze aufgetragen werden. Auf die kleinen Plexiglasplatten (20x30 cm) werden eine oder mehrere Farben aufgetragen und mit der Strukturpaste bzw. der Vaseline im Verhältnis (2 Teile Farbe/1 Teil Paste) vermischt. Dadurch wird ein zu rasches Trocknen der Farbe verhindert und diese kann sogar mehrere Tage aufbewahrt werden. Schutzkleidung/Schürze oder Handschuhe benützen. Dann kann es schon losgehen.

 

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung:

 

  1. Benötigt werden ein Malgrund, Linoldruckfarben, Walzen und Pinsel sowie eine Druckplatte. Als Druckplatte eignen sich auch eine Platte aus Glas, Stein, Holz, dickerer Folie oder Karton.
  2. Zunächst wird die Linolfarbe (auch mehrere) auf die Druckplatte mittels Walzen aufgetragen. Je dicker die Farbschichten sind, desto satter wird später die Farbe und je unregelmäßiger die Farbflächen sind und je mehr Pinselstriche/Strukturen sichtbar bleiben, desto lebendiger wird das Bild später.
  3. Jetzt wird das Motiv herausgearbeitet. Am besten eignen sich dazu Kunststoffspachteln. Mittels Fetzen können Teile der Farbschichten wieder entfernt werden. Es können auch Schablonen aus Karton verwendet werden (diese Flächen bleiben dann von der Farbe frei). Eine weitere Möglichkeit besteht, in dem man mittels Graviernadel Linien in die Druckplatte (Acrylfolie) einritzt. In diesem Fall bleiben nach dem Drucken die Linien auf dem Papier als Motiv übrig. Spezielle Effekte können durch leichtes Besprühen mit Wasser oder Spülmittel erzielt werden. Oder man walzt Farbe auf Wellpappe, Gewebe, Netze, Noppenfolie und drückt diese auf die Druckplatte.
  4. Im nächsten Schritt erfolgt der eigentliche Druck. Hierzu wird auf die Druckplatte (Plexiglasplatte) das Papier gelegt.
  5. Dann wird das Papier fest auf die Druckplatte gepresst. Dies ist mit den Händen möglich, besser ist aber, weil mehr Druck erreicht wird, einen Handreiber/eine Gummiwalze oder ein Nudelholz zu verwenden. Zu beachten gilt hierbei, dass jede Berührung der Vorlage später auf dem Bild zu sehen sein wird, weshalb versucht werden sollte, die Hand möglichst nicht auf dem Bild abzulegen. Anschließend wird das Papier vorsichtig wieder von der Druckplatte entfernt und damit ist der eigentliche Druck fertig.
  6. Im Grunde kann das so entstandene Bild so belassen werden oder der Druck wird als Hintergrund genutzt und entsprechend der eigenen Phantasie und Kreativität weiterbearbeitet. Eine schöne Möglichkeit ist beispielsweise, Köpfe, Tiere, Blumen oder andere Motive in dem Abdruck zu suchen und auszuarbeiten. Es kann auch Pigmentpulver aufgestreut und verwischt werden. Teile davon können mittels Radierer wieder entfernt oder mit Wasser verwaschen werden. Mit Lithokreide können auch Konturen herausgearbeitet werden. Oder man entschließt sich einzelne Partien mit Aquarellfarben zu hinterlegen.

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